Wie Kompetenz Selbstvertrauen stärkt

23.10.2020 | Fotos: Autoropa

Emily Volmell, Technik-Trainerin bei Mercedes-Benz Global Training.
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Mit fachlicher Expertise und Gelassenheit – so begegnet Emily Volmell Stereotypen in ihrer Tätigkeit als Trainerin für Fahrzeugtechnik.

Als erste Frau startete die Schwedin Emily Volmell ihre Ausbildung in der Werkstatt eines Mercedes-Benz Händlerbetriebs. Sie war die erste Frau, die den Young Technician Award gewann und nun ist sie als erste Frau bei Mercedes-Benz Global Training für die Qualifizierung der technischen Mitarbeiter*innen der Händlerbetriebe in Nordeuropa verantwortlich. Dass es sich dabei um ein männerdominiertes Umfeld handelt, war für Emily Volmell nie ein Thema. Mit uns spricht sie über Stereotypen und die Bedeutung von fachlichem Know-how und Begeisterung.

Emily Volmell beim Training von Diagnosetechniker*innen.

Autowerkstätten gelten als reine „Männerdomänen“ – Fakt oder Klischee?

Meiner Erfahrung nach arbeiten in diesem Umfeld definitiv mehr Männer als Frauen. Ich persönlich denke aber, dass sich die Welt in dieser Hinsicht gerade ziemlich verändert. Frauen in vermeintlich typischen Männerberufen werden in Zukunft keine Seltenheit mehr darstellen.

Dafür bist Du das beste Beispiel. Als Trainerin schulst Du Mitarbeiter*innen aus dem technischen Bereich der Mercedes-Benz Händlerbetriebe, wie Wartungstechniker*innen oder Diagnosetechniker*innen.

Allerdings liegt der Anteil weiblicher Teilnehmerinnen dabei nur bei etwa einem Prozent. Es arbeiten immer noch sehr wenige Frauen in Autowerkstätten. Während meiner Ausbildung zur Mechanikerin waren nur drei von 15 Auszubildenden weiblich. Damals dachte ich mir: „Geben wir der Sache höchstens noch ein paar Jahre, dann werden wir hier mit Sicherheit mehr Frauen sehen.“ So weit sind wir leider bislang noch nicht gekommen.

Was glaubst Du – woran liegt das?

Ich glaube nicht, dass Frauen Angst davor haben, in einem Umfeld mit überwiegend männlichen Kollegen zu arbeiten. Ich denke, es fehlt schlichtweg an entsprechenden Berührungspunkten, besonders zu technischen Arbeitsbereichen.

Wieso hast Du Dich für eine Ausbildung als Mechanikerin entschieden?

Mit 13 Jahren beschloss ich, dass ich etwas mit und über Autos lernen möchte. Während meiner Ausbildung zur Mechanikerin hatte ich dann die Möglichkeit, zusätzlich in einem Rennteam zu arbeiten. Von da an ist meine Begeisterung einfach … eskaliert?

Jetzt bin ich Trainerin bei Mercedes-Benz Global Training und schule Mitarbeiter*innen aus den Autowerkstätten der Mercedes-Benz Händlerbetriebe in ganz Nordeuropa. Das war ein großer Schritt für mich! Zuerst war ich skeptisch.: „Ich kann doch nicht ‚Nein‘ zu etwas sagen, dass ich noch nicht versucht habe!“ Also hab ich’s gemacht.

Wie ist es, in einer „Männerdomäne“ zu arbeiten und überwiegend männliche Trainingsteilnehmer zu qualifizieren?

Ich mache aus dieser „Frauen-in-vermeintlichen-Männerberufen“-Thematik keine große Sache. Obwohl mir bewusst ist, dass ich in meinem Arbeitsumfeld als Frau eine Seltenheit darstelle, betrachte ich mich nicht als „Besonderheit“. Ich bin genauso Teil des Ganzen wie alle anderen. Würde ich das nicht so sehen, würde ich mich damit selbst ausgrenzen.

Was glaubst Du – warum tun sich Frauen manchmal schwer in „Männerdomänen“?

Sicherlich liegt das zum Teil an Stereotypen – die auf beiden Seiten existieren. Menschen neigen dazu, in Schubladen zu denken. Das ist völlig normal. Unsicherheit spielt vermutlich auch eine Rolle.

Emily Volmell bei der Vorbereitung eines Technik-Trainings.

Wie reagierst Du, wenn jemand versucht, Dich in eine Schublade zu stecken?

Ich begegne solchen Situationen einfach mit fachlicher Kompetenz. Das wirkt meistens sofort! Wenn du dich auf deinem Fachgebiet gut auskennst und weißt, was du tust, dann kannst du selbst den größten Schubladen-Denker überzeugen. Im Laufe meiner Karriere habe ich mir eine Menge Fachwissen angeeignet, auf das ich mich verlassen kann. Das schafft Selbstvertrauen. Wenn ich diese Sicherheit ausstrahle, dann bleiben die Schubladen zu. Und Ich kann mich auf das fokussieren, was mir wirklich wichtig ist: auf jede*n meiner Teilnehmer*innen individuell einzugehen, sodass diese für sich selbst und ihren Arbeitsalltag wichtige Fähigkeiten aus dem Training mitnehmen können.

Hattest Du nie das Gefühl, Dich als Frau beweisen zu müssen?

Natürlich, wer kennt dieses Gefühl nicht? Aber genau dieses Gefühl hat zu meiner Motivation beigetragen, mich ständig weiterzuentwickeln. Wenn man mit Leidenschaft bei der Arbeit ist und zeigt, dass man gut ist, in dem, was man tut, – dann wird diese Leistung vom Umfeld wahrgenommen und anerkannt. Es hilft nicht, in solchen Situationen darüber zu klagen, dass Schubladen-Denken existiert, oder gar auf Konfrontation zu gehen. Stattdessen lasse ich meine Kompetenzen und mein Know-how für mich sprechen.

Welche Bedeutung spielen Qualifikation und Weiterentwicklung damit für Dich persönlich?

Wie viele andere Menschen auch lässt mich mein fachliches Know-how effizienter arbeiten. Insbesondere in der heutigen Welt, in der sich die Dinge schnell entwickeln und ändern, ist das wichtig. Als Trainerin ist es für mich selbstverständlich, jederzeit Neues dazuzulernen, um auf dem aktuellsten Stand der Technik zu bleiben. Durch Weiterbildungen gewinne ich mehr Vertrauen in mich und meine Entscheidungen, trete selbstsicher auf und überzeuge damit mein Umfeld. Vorurteile und Stereotypen haben dann keinen Platz mehr.

Welchen Rat gibst Du Frauen, die in einem männerdominierten Berufsfeld arbeiten?

Sei die Expertin! Eigne Dir Fachwissen an, dass Du sofort parat hast, und überzeuge mit schlüssigen und sachlichen Argumenten. Habe Vertrauen in Dich selbst und in Deine Fähigkeiten. Verschwende keine Energie darauf, mit anderen zu konkurrieren, stattdessen in Dich selbst, indem Du stetig an Dir arbeitest und Dich verbesserst. Jeder kann seinen eigenen Ansporn entwickeln, der sich nicht von möglichen Stereotypen aufhalten lässt!

Als Trainerin bei Mercedes-Benz Global Training trägt Emily Volmell so dazu bei, dass Sie und Ihr Mercedes-Benz in Ihrem Mercedes-Benz Händlerbetrieb stets von topqualifizierten Experten betreut und beraten werden.

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Kraftstoffverbrauch kombiniert CO₂-Emissionen kombiniert Stromverbrauch im kombinierten Testzyklus

Nach Redaktionsschluss, 23.10.2020, können sich Änderungen am Produkt ergeben haben.

1 Die angegebenen Werte wurden nach dem vorgeschriebenen Messverfahren ermittelt. Es handelt sich um die „NEFZ-CO₂-Werte“ i. S. v. Art. 2 Nr. 1 Durchführungsverordnung (EU) 2017/1153. Die Kraftstoffverbrauchswerte wurden auf Basis dieser Werte errechnet. Der Stromverbrauch wurde auf der Grundlage der VO 692/2008/EG ermittelt. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO₂-Emissionen und den Stromverbrauch aller neuen Personenkraftwagenmodelle“ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

4 Angaben zu Kraftstoffverbrauch, Stromverbrauch und CO₂-Emissionen sind vorläufig und wurden vom Technischen Dienst für das Zertifizierungsverfahren nach Maßgabe des WLTP-Prüfverfahrens ermittelt und in NEFZ-Werte korreliert. Eine EG-Typgenehmigung und Konformitätsbescheinigung mit amtlichen Werten liegen noch nicht vor. Abweichungen zwischen den Angaben und den amtlichen Werten sind möglich.

6 Stromverbrauch und Reichweite wurden auf der Grundlage der VO 692/2008/EG ermittelt. Stromverbrauch und Reichweite sind abhängig von der Fahrzeugkonfiguration. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO₂-Emissionen und den Stromverbrauch aller neuen Personenkraftwagenmodelle“ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.