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Flirten mit Highflyern.

Flirten mit Highflyern.

Als Nikolaus Otto 1882 seinen Angestellten Gottlieb Daimler aus der Gasmotorenfabrik Deutz schmiss, ahnte er nicht, wem er da kündigte – einem absoluten Highflyer und dem Vater der individuellen Mobilität. Hätte Nikolaus Otto anders gehandelt, wenn er geahnt hätte, dass Daimler sein Geschäftsmodell von einem Business-to-Business-Ansatz in ein Business-to-Customer-Modell verwandelt? Wäre er anders vorgegangen, wenn er die Chance gehabt hätte, die Ideen von Daimler in einem hauseigenen Inkubator zu testen und zur Reife zu bringen?

Google statt Fließband.

Stellt Euch vor, Ihr wärt Leiter einer Motorenfabrik. Ihr habt eine klare Vision davon, wie die Motoren der Zukunft aussehen: groß und stationär für hochspezialisierte Vorgänge. Allerdings hat Euer Werkstattleiter eine ganz andere Idee: Er träumt von kleinen, mobilen Motoren, die vielseitig einsetzbar sind. Würdet Ihr dem Werkstattleiter den Freiraum geben, seine Vorstellung in die Tat umzusetzen?

Google statt Fließband.

Stellt Euch vor, Ihr wärt Leiter einer Motorenfabrik. Ihr habt eine klare Vision davon, wie die Motoren der Zukunft aussehen: groß und stationär für hochspezialisierte Vorgänge. Allerdings hat Euer Werkstattleiter eine ganz andere Idee: Er träumt von kleinen, mobilen Motoren, die vielseitig einsetzbar sind. Würdet Ihr dem Werkstattleiter den Freiraum geben, seine Vorstellung in die Tat umzusetzen?

Flirten mit Highflyern.

Als Nikolaus Otto 1882 seinen Angestellten Gottlieb Daimler aus der Gasmotorenfabrik Deutz schmiss, ahnte er nicht, wem er da kündigte – einem absoluten Highflyer und dem Vater der individuellen Mobilität. Hätte Nikolaus Otto anders gehandelt, wenn er geahnt hätte, dass Daimler sein Geschäftsmodell von einem Business-to-Business-Ansatz in ein Business-to-Customer-Modell verwandelt? Wäre er anders vorgegangen, wenn er die Chance gehabt hätte, die Ideen von Daimler in einem hauseigenen Inkubator zu testen und zur Reife zu bringen?

Stützräder für Ideen.

Alle Eltern sind Inkubatoren, beispielsweise, wenn sie ihren Kindern das Fahrradfahren beibringen. Sie schrauben ihnen Stützräder an ihre Bambi-Bikes, fahren als Vorbild voraus und ermutigen im Falle eines Sturzes zum Weitermachen. Wenn die Kinder dann richtig Rad fahren können, zeigen sie den Eltern Tricks auf dem BMX, von denen diese nie zu träumen gewagt hätten. Inkubatoren sind im Prinzip Stützräder für Ideen. Ein Inkubator ist eine Art Brutkasten für junge Unternehmen: Er bietet ihnen geschützte und optimale Wachstumsbedingungen in der Frühphase. Sie sollen das ungenutzte Potenzial von Innovationstreibern im Unternehmen entfachen. Dazu gibt man z. B. Mitarbeitern die Chance, an ihren eigenen Projekten zu arbeiten. Man verringert die bürokratischen Hürden und stellt den talentierten Angestellten alle nötigen Ressourcen zur Verfügung: Mentorings, Arbeitsräume, Netzwerke, Zeit und finanzielle Unterstützung.

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Inkubatoren sind keine reine Kosmetik, um Unternehmen innovativ erscheinen zu lassen. In einer globalisierten Gegenwart, in der unternehmerisches Denken und die Bereitschaft zur Veränderung wichtiger sind denn je, werden Inkubatoren essenziell. Zwischen Stuttgart, China und dem Silicon Valley buhlt man um das Mitwirken von Ideen-Entwicklern, Wissensprofis, Fertigungsspezialisten und Innovationstreibern. Sie brauchen eine intrinsische Motivation, um ihr gesamtes Potenzial zur Geltung zu bringen. Inkubatoren sind die Orte, wo sie diese Motivation finden.

Flirting with Highflyers.

Die 80/20-Regel.

Zuletzt war Googles hauseigener Inkubator Area 120 in aller Munde. Der Name bezieht sich auf Googles sogenannte 20-Prozent-Regel. Die besagt, dass Mitarbeiter des Unternehmens 20 Prozent ihrer Zeit für eigene Projektideen verwenden sollen. Für den Inkubator dürfen sich einzelne Google-Teams mit einer Idee bewerben.

Findet ihre Idee Anklang, bekommen sie Geldmittel zur Verfügung gestellt, um ein eigenes Unternehmen mit Google als Investor zu gründen. Der hausinterne Inkubator soll Google dabei helfen, talentierte Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden und gleichzeitig Zugriff auf innovative Services, Produkte oder Geschäftsmodelle sicherzustellen.

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Deutschland auf Stützrädern.

Wenn man alle staatlichen, universitären und privatwirtschaftlichen Gründerzentren zusammenrechnet, dann gibt es weltweit 10.000 Inkubatoren. Allerdings befinden sich davon nur ca. 500 in Deutschland. Man darf sich daher freuen, dass in letzter Zeit gerade konzernnahe Inkubatoren wie Pilze aus dem Boden schießen. Zu den bekanntesten unter ihnen gehören: 1st Mover, Greenhouse Innovation Lab von Gruner + Jahr, Telekoms hub:raum-Inkubator Berlin, main incubator der Commerzbank, Media Lab Bayern gefördert vom Land Bayern, Project Flying Elephant des Early-Stage-Investors WestTech Ventures, Rheingau Founders der Rheingau Ventures und Mountain Partners und STARTPLATZ der Gräf Holding. Die jeweiligen Programme unterscheiden sich in ihren Schwerpunkten und in der Höhe ihrer jeweiligen finanziellen Unterstützungen. Telekoms hub:raum-Inkubator stellt bis zu 300.000 € pro Team zur Verfügung, während der Inkubator der Commerzbank main incubator gerade mal mit 25.000 € plant.

Disruptiv und papierlos.

Stellt Euch vor, Ihr wärt ein etabliertes Versicherungsunternehmen. Ihr seid bekannt für Eure Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit. Ihr gehört in Deutschland zu den Top-5-Versicherern. Ihr habt aber ein Problem – das Abschließen Eurer Verträge dauert einfach zu lang und führt zu einer sinkenden Abschlussquote. Wie ließe sich dieses Problem lösen? Schritt eins: Ihr schafft die Vertragsformulare fast gänzlich ab. Schritt zwei: Ihr findet einen Partner, der von Eurem Image profitiert, der Eurer Kernkompetenz bedarf, der sie digitaler und agiler macht. Kurzum, der Euch ein reales Anwendungsfeld für den 1-Klick-Vertragsabschluss schafft. Eine Innovation, die eine Win-Win-Situation für beide Seiten hervorbringt.

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Credit: Drivy

Drivy und die Allianz SE haben es so gemacht. Der Versicherungskonzern kooperiert mit dem Peer-to-Peer-CarSharing-Dienst und verkauft seine neue, eigens dafür entwickelte Ad-hoc-Versicherung wie geschnitten Brot. Sie beinhaltet eine Haftpflicht-, Teil- und Vollkaskoversicherung mit Selbstbeteiligung. Zudem steht allen Mietern ein 24-Stunden-Pannendienst kostenlos zur Verfügung. Und der Name Allianz ist plötzlich in einem ganz neuen Marktsegment in aller Munde. So gelingt ein erster Schritt der Digitalisierung eines Großkonzerns. Und genau das ist einer der Hauptgründe, warum Konzerne Inkubatoren brauchen: Neben dem Image-Gewinn für den Konzern und neben dem Kreieren neuer Produkte und Services steht das Erlernen neuer Workflows von Start-ups.

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Zusammengefasst bedeutet dies, dass in Acceleratoren bereits bestehende Start-ups und ihre Geschäftsmodelle gefördert werden, die bereits eine gewisse Marktreife besitzen. Diese Geschäftsideen brauchen keine Stützräder mehr, sondern sind auf dem Weg, die ganz großen Tricks der Profis zu lernen. Beispielsweise, wenn ein Unternehmen aus einem anderen Land auf dem deutschen Markt Fuß fassen will. Sie wollen einen Warp-Antrieb, um zu expandieren. Diese Start-up-Beschleuniger sind häufig die ersten Abnehmer für die entwickelten Produkte und Türöffner zu globalen Märkten. Daneben bieten auch sie Anschubfinanzierungen, Coachings, Räumlichkeiten, PR- und Marketing-Unterstützung. Im Gegenzug verlangen die meisten Anbieter der Programme Unternehmensanteile an den geförderten Start-ups.

Warp-Antrieb statt Stützrad.

PS: In der Literatur des Internets werden gern Inkubatoren und Acceleratoren über einen Kamm geschoren. Es wäre schlichtweg falsch, Startup Autobahn mit einem Inkubator zu verwechseln. Die Daimler AG engagiert sich mit diesem Accelerator-Programm seit 2016 für wegweisende Start-ups. Inkubatoren sind mit Ausbildungsprogrammen wie zum Beispiel Daimlers CAReer Programm vergleichbar. Hier sollen die Teilnehmer vor allem ihr Profil schärfen. Auf Inkubatoren übertragen bedeutet dies, dass die teilnehmenden Teams im Rahmen des Förderprogramms das Profil ihrer Geschäftsidee schärfen sollen. Im Gegensatz dazu lassen sich Acceleratoren mit Assessment-Centern vergleichen. Dabei erörtert ein Gremium, wie eine freie Stelle in einem Unternehmen am besten zu besetzen ist, und unterzieht die Teilnehmer verschiedenen Tests. Die Start-ups müssen sich also zunächst bei einem Gremium vorstellen, um sich bewerten zu lassen. Man kennt dies beispielsweise vom Selection Day des Accelerators Startup Autobahn. Hier stellen sich bereits ausgewählte Teams in kurzen Pitches einem Fachpublikum vor. Ziel des Pitches ist es, Publikum und die Jury von der Tragfähigkeit des Geschäftsmodells zu überzeugen.

Warp-Antrieb statt Stützrad.

PS: In der Literatur des Internets werden gern Inkubatoren und Acceleratoren über einen Kamm geschoren. Es wäre schlichtweg falsch, Startup Autobahn mit einem Inkubator zu verwechseln. Die Daimler AG engagiert sich mit diesem Accelerator-Programm seit 2016 für wegweisende Start-ups. Inkubatoren sind mit Ausbildungsprogrammen wie zum Beispiel Daimlers CAReer Programm vergleichbar. Hier sollen die Teilnehmer vor allem ihr Profil schärfen. Auf Inkubatoren übertragen bedeutet dies, dass die teilnehmenden Teams im Rahmen des Förderprogramms das Profil ihrer Geschäftsidee schärfen sollen. Im Gegensatz dazu lassen sich Acceleratoren mit Assessment-Centern vergleichen. Dabei erörtert ein Gremium, wie eine freie Stelle in einem Unternehmen am besten zu besetzen ist, und unterzieht die Teilnehmer verschiedenen Tests. Die Start-ups müssen sich also zunächst bei einem Gremium vorstellen, um sich bewerten zu lassen. Man kennt dies beispielsweise vom Selection Day des Accelerators Startup Autobahn. Hier stellen sich bereits ausgewählte Teams in kurzen Pitches einem Fachpublikum vor. Ziel des Pitches ist es, Publikum und die Jury von der Tragfähigkeit des Geschäftsmodells zu überzeugen.

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Zusammengefasst bedeutet dies, dass in Acceleratoren bereits bestehende Start-ups und ihre Geschäftsmodelle gefördert werden, die bereits eine gewisse Marktreife besitzen. Diese Geschäftsideen brauchen keine Stützräder mehr, sondern sind auf dem Weg, die ganz großen Tricks der Profis zu lernen. Beispielsweise, wenn ein Unternehmen aus einem anderen Land auf dem deutschen Markt Fuß fassen will. Sie wollen einen Warp-Antrieb, um zu expandieren. Diese Start-up-Beschleuniger sind häufig die ersten Abnehmer für die entwickelten Produkte und Türöffner zu globalen Märkten. Daneben bieten auch sie Anschubfinanzierungen, Coachings, Räumlichkeiten, PR- und Marketing-Unterstützung. Im Gegenzug verlangen die meisten Anbieter der Programme Unternehmensanteile an den geförderten Start-ups.