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Kabellose Pferdestärken.

Energietanken per Induktion im neuen Format.

Akku leer? Was tun? Als mobiler Mensch kann man schnell in die Akku­-Falle geraten. Powerbanks sind realistisch betrachtet auch nur eine Brückentechnologie. Deshalb konzipiert Daimler mobile Energie neu.

Homo digitalis.

Das Smartphone ist unser täglicher Begleiter. Schon morgens wird man von ihm geweckt. Es folgt ein flüchtiger Blick auf die Termine, das Wetter und all die Tweets, Likes und News. Unterwegs sorgt es für ständige Erreichbarkeit und Interaktivität. Mit ihm bleibt man auf dem Laufenden, schießt Fotos, schaut Videos, liest E­-Mails und Newsletter. Erst über das Smartphone ist man wirklich Teil der digitalen Gesellschaft, ist man ein vollständiger Homo digitalis.

Doch Obacht vor der Akku­-Falle. Die optimale Handy­-Nutzung erfordert die ständige Aktivierung des mobilen LANs und der Ortungsdienste. Man denke hier an Navigations- und Ride-Sharing-Dienste. Eine Praxis, die schnell den Akku leert. Ist dieser erst einmal alle, ist man bis zum nächsten Aufladen raus aus der vernetzten Gesellschaft.

Snackable Energy.

In Indien hat sich Kentucky Fried Chicken dieses Problem zu Herzen genommen und bot seinen Kunden eine simple Lösung an. Das „Watt A Box“-Set beinhaltet Burger samt Pommes sowie eine Powerbank mit 6.100 mAh mit dazu passenden Kabeln für Smartphones. Während man im Restaurant isst, tankt das Handy ebenfalls ein wenig Energie. Eine fancy daherkommende Werbeaktion, aber Akku-Laden via Powerbank ist nicht besonders fortschrittlich.

Kleine Powersprints.

Die Smartphones haben sich längst vom Telefonnetz abgenabelt. Im Internet surft man via Wireless LAN. Nun wird der Stecker aus der Dose gezogen. Nicht weil kein Strom mehr gebraucht wird, sondern weil man kabellos laden kann. Alles, was nötig ist, sind Induktionsstationen, die magnetische Felder in Strom umwandeln. Das Prinzip dieser Technik kennt man von Kleinstelektrogeräten, wie elektrischen Zahnbürsten. 5 bis 15 W lassen sich überall ziehen, wo es kabellose Ladestationen gibt. Ob auf Flughäfen, in Hotels oder im Eigenheim. Aber warum gibt es sie noch nicht überall? Was wäre, wenn wir einkaufen gingen und unser Handy direkt am Einkaufswagen laden könnten? Wie könnte man Induktionsladung nutzen, um einen Mehrwert für den Kunden zu schaffen?

Kabellose Pferdestärken.

In Kooperation mit BMW hat Mercedes-­Benz das kabellose Energietanken nun auf die Spitze getrieben. 3,6 kW per Induktion, das ist doch was. Dazu wird eine Primärspule im Boden platziert, während sich die Sekundärspule am Fahrzeugboden befindet. Jetzt muss das Fahrzeug nur noch über der Bodenplatte positioniert werden, um die Energie berührungslos zu übertragen.
Der Wirkungsgrad liegt bei 90 %. Auf diese Weise lässt sich die Hochvolt­batterie des Wagens komfortabel laden. Seit 2015 erprobt Mercedes-Benz die berührungslose Ladetechnologie mit einer Testflotte des aktuellen S 500 e. 2017 wird sie als Sonderausstattung zur Verfügung gestellt. Dann heißt es einfach parken und laden.

Wenn es nach dem Fraunhofer Institut geht, werden bald neben Strom auch Daten fließen. Ob dies Bluetooth oder andere Near-Field-Technologien ergänzen kann, bleibt offen. Man darf gespannt sein.